Sebadenitis

Takas Geschichte -
- Das Tagebuch einer Sebadenitis-Erkrankung -

Rampak-Behandlung für Sebadenitis auch in Amerika erfolgreich

Hinweis: Dieser Bericht von Judy Ferrell erschien im August 2000 unter www.akita-friends.com/special/SA/story.htm. Wir danken Judy für die Erlaubnis den Bericht auch hier zu veröffentlichen. Herzlichen Dank auch an Britta Lorenz, die den Bericht ins Deutsche übersetzt hat!

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Einleitung

Meine linke Hand fällt an meiner Seite herab, verirrt sich für einen Moment von der Tastatur. Schnell berührt eine nasse Nase meine Handfläche und meine Sinne leiten meine willigen Finger zum dicken, sanften Fell auf dem Kopf meines Hundes. Ich lächele, grabe meine Finger tief in seinen Nacken und kraule... meine Belohnung ist mein geliebtes „Schnüffelgrunzen"... die Liebesbezeugung meines Akitas.

TakaAber dies sind Erinnerungen meiner Finger. Ich erinnere mich an sein flauschiges Fell - der luxuriöse weiße Hermelin, feine Gaze mit goldenen Lichtern. Es ist immer wieder mein Traum, ja, so muss es sein, der Traum, den ich schon so oft hatte.

In der Wirklichkeit liebkost meine Hand einen anderen Hund. Kurzes steifes Haar, spärlich verteilt auf dunkel verfärbter Haut. Lang, rauh und zufällig wachsend , sein Körper eingehüllt in kleine dunkle Schwellungen - Hunderte von winzigen hart verkrusteten Entzündungen. Die einst weichen, flauschigen Ohren sind nahezu nackt und übersät mit verkrusteten Wunden und dicken schwarzen Tupfen, als seien sie das Mahl für Tausende von Fliegen gewesen.

Die Wirklichkeit heisst SA - Sebadenitis - die Krankheit, die meinen Hund veränderte.

Dies ist die Geschichte von Sebadenitis, aber es ist auch und vor allem die Geschichte von Freunden, von Fremden, die verbunden durch das Internet „an einem Strang zogen" für einen Hund - einen Hund, den sie wahrscheinlich nie persönlich kennenlernen werden. Sie veränderten sein Leben und meines.

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Erste Symptome - Oktober 1999

Die Oktobersonne strahlte, als ich Taka, meinen weißen Akita-Rüden, zum Joggen mitnahm. Die klaren Strahlen badeten sein Gesicht und machten eine kleine Wunde am Ohr sichtbar. Sonderbar, dass ich sie bisher nicht bemerkt hatte, obwohl wir erst kürzlich beim Tierarzt waren! So stand ein erneuter Besuch beim Tierarzt an. Die üblichen Tests wurden gemacht, die normalen Vermutungen angestellt. Ich verließ die Praxis mit einer Flasche voll Antibiotika und der Versicherung, es sei „nichts Ernstes".

Zwei Wochen später war die Wunde verschwunden, die Tabletten hatten ihren Zauber ausgeübt. Die Ergebnisse der Labortests waren nicht schlüssig und eine dunkle Angst stieg in mir auf. In meiner Mailingliste - Akita-Freunde - hörte ich von Sebadenitis. So tauchte ich ein ins Internet und begann zu lesen. Je mehr ich las, umso mehr Übereinstimmungen sah ich mit Takas Symptomen. Aber das konnte nicht sein - nicht Taka - bitte, nicht Taka.

Taka hatte ich wieder besseres Wissen und definitiv auf dem falschen Weg erworben. Ich kaufte ihn unbesehen von einem Züchter, über den ich nichts wusste. Ich kaufte ihn, weil er weiß war. Nach 14 Jahren mit Akitas wusste ich nichts über die Krankheiten, die unsere Rasse plagen. Ich war glückliche Tierbesitzerin und - Gott sei Dank - hatte ich immer gesunde Hunde. Was sollte ich mich um Blutlinien und Tests kümmern? Es war ja „nur ein Haustier"!

Trotz seiner zufälligen Herkunft wuchs er zu einem unglaublichen Hund heran. Sicherlich kein sehr typvoller Akita, aber seine Gegenwart und seine Persönlichkeit machen alle seine Mängel wett. Er zeigt keine Aggressivität und liebt alle Menschen, besonders Kinder. Es ist wirklich ein Vergnügen, Taka zu besitzen, eine Freude mit ihm zu leben und meine Liebe zu ihm wurde tiefer als ich es jemals für möglich hielt. Ich lebte auf einer „Traumwolke" - meinem Traum von einem weißen Akita - bis die Wahrheit uns heimsuchte.

Innerhalb von zwei Wochen nach Abschuss der ersten Antibiotika- Behandlung kam die Wunde wieder und brachte uns neue Freunde. Ich suchte die Hilfe und den Rat von Cathy Suggs mit ihrer wundervolle Akita-Hündin „Jade" , auch einen Sebadenitis-Hund. Sie verstand meine Ängste und veranlasste mich zu weiteren Tests, inklusive eines Schilddrüsentests. Taka ließ alles geduldig über sich ergehen. Cathy verbrachte ungezählte Stunden mit mir, beantwortete meine Fragen und stellte selber einige. Sie gab mir Trost, Hoffnung und Anleitung - Dinge, von denen ich hoffe, dass dieser Artikel sie allen anderen auch geben kann. Cathy wies darauf hin, dass sein Problem allergisch bedingt sein könnte, auch wenn es sich logisch änörte, die Angst in meinem Herzen konnte diese Erkärung mir nicht nehmen. Wir suchten wieder den Tierarzt auf, um neue Antibiotika zu bekommen, wohl wissend, dass auch das ein Problem war. So viele Sebadenitis-Hunde werden von Anfang an falsch diagnostiziert und die Versuche, die Symptome zu behandeln, können schwere Auswirkungen auf das weitere Leben des Hundes haben. Ich musste vorsichtig sein und stark genug um der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.

Weihnachten kratzte Taka mehrere nahezu nackte Flecken auf seinem Kopf und seinen Schultern auf. Darüber hinaus begann er sein Fell auf dem Kopf und an der Rute zu verlieren. Es wuchs nicht wieder nach. Letztendlich machte ich einen Termin für eine Biopsie, und die Ergebnisse kamen lange nachdem ich in meinem Herzen bereits wusste, dass er Sebadenitis hat - die Zeichen waren zu zahlreich, um sie zu ignorieren. Ich glaube nicht, dass ich geweint habe als der Tierarzt anrief, weil ich die Diagnose bereits erahnt hatte. Dennoch, Vorhersehen und Akzeptieren sind zweierlei Dinge.

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Wir kämpfen gegen die Erkrankung an - Januar 2000

Eine zusätzliche Schwierigkeit trat auf. Meine Tierärztin verließ die Klinik und ich blieb ohne ihr Wissen und ihre Unterstützung zurück. Ich suchte verschiedene Kliniken auf, um das erledigen zu lassen, was getan werden musste. Dabei war ich weitgehend auf das Wissen meiner „Mailinglisten"-Freunde angewiesen. Taka erholte sich nicht und sein Haar begann stellenweise an seinen ganzem Körper auszufallen, als hätte ihn ein großer Vogel „sauber" gepickt .

Ich fand einen Hundedermatologen in Charlotte und fuhr mit Taka dorthin. Er gab mir wenig Hoffnung, verordnete mehr Antibiotika (Takas 3. Behandlung) und schlug eine „Retinoid"-Therapie vor - experimentell und teuer. Ich nahm die verordnete Medizin mit nach Hause und begann meinen süßen Jungen mit Pillen vollzuschütten. Der Spezialist schlug ebenfalls einen Allergietest vor, er fiel positiv aus. So wurden auch Allergiespritzen ein Teil seines Lebens. Es war traurig: als ich Ende Januar mit den Spritzen begann, erklärte man mir, ich solle „eine Hand voll Fell greifen", um die Nadel zu injizieren. Als ich Ende April mit den Spritzen aufhörte, war kein Fell zum Greifen mehr vorhanden.

TakaTaka reagierte mit Verschlossenheit und Futterverweigerung auf Antibiotika und Spritzen. Alle die weiteren Ergänzungsmittel, die ich ihm sonst mit seinen Mahlzeiten gab, landeten nun mit seinem Futter im Mülleimer. Meine Stimmung sank so schnell wie sein Gewicht. Selbst als ich die Medikation gestoppt hatte, saß ich viele, viele Nächte auf dem Boden neben seinem Napf und versuchte ihn zum Fressen zu überreden. Ich bot ihm vier oder fünf verschiedenen Dinge an, um ihn dann weggehen und in seine Kiste krabbeln zu sehen - er war nur noch ein Schatten des Hundes, der er einst war. Tränen waren genauso alltäglich wie lange Zeiten, in denen ich ihn in meinem Schoß wiegte und darüber nachgrübelte was zu tun sei. Bei meinem nächsten Besuch deutete der Dermatologe an, dass er die Entscheidung Taka einzuschläfern unterstützen würde, wenn ich das wollte. Aber ich wollte nicht aufgeben - noch nicht. Ich setzte uns in Gedanken eine Frist von sechs Monaten: sollte sich sein Gesundheitszustand nicht bessern, so würde ich dann eine Entscheidung treffen.

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Ein anderer Weg - Februar 2000

Kurz nach der dritten Antibiotikabehandlung begann ich mit der experimentellen „Retinoid"-Therapie. Jede Tablette kostete 10 Dollar und Taka erhielt eine Tablette pro Tag. Die Kosten waren beträchtlich, aber wenn es helfen würde, wäre es das wert. Am Ende des vierten Tages waren seine Vorderbeine voller Blasen, die er zu offenen Wunden aufgebissen hatte. Seine Beine waren triefend und blutig und ich fühlte sein Ende nahen. Der Dermatologe diagnostizierte den Ausbruch als eine Reaktion auf das Retinoid. Wir stoppten also die Medikation und unterzogen Taka seiner vierten und letzten Antibiotikabehandlung. Der Tierarzt informierte mich zu diesem Zeitpunkt auch darüber, dass Taka aller Wahrscheinlichkeit nach sein ganzes Leben lang auf konstante Pflege und Antibiotika angewiesen sein würde. Ich wusste, das das nicht gut für ihn sein würde.

Taka mit weniger FellWährend Taka heilte, sah ich eine Nachricht in der Natural-Akita-Mailingliste von Susie Keener. Sie hatte einen Sebadenitis-Hund (ebenfalls niemals „offiziell" diagnostiziert) und hatte ihm mit zwei pflanzlichen Ergänzungsmitteln geholfen, die sie im Internet gefunden hatte. Also schrieb ich ihr, wir tauschten unsere Geschichten aus, und ich bestellte die Zusätze „Moducare" und „Primal Defense" („ursprüngliche Verteidigung"). Taka fing mit "Moducare" unmittelbar nach der Antibiotikabehandlung an. Innerhalb ungefähr einer Woche steigerte sich sein Appetit und er fing wieder an, seine "normale" Rohkost-Diät zu fressen. Er nahm zu und sein Energie nahm zu. Dann, etwa drei Wochen später, nahm ich noch etwas wahr.... keine Wunden! Normalerweise kamen die Wunden nach zwei Wochen ohne Antibiotika wieder, aber bisher war das nicht passiert. Konnte es sein, dass es wirkte? Konnte ich ihn wirklich von den Medikamenten fernhalten?

Ich setzte den langen, mühsamen Prozess der Allergieimpfungen fort. Eine andere liebe Freundin, Karen Campbell, war mir eine große Stütze und sehr hilfreich. Sie zeigte mir, was wann zu tun war und wie ich seine Nahrungsaufnahme unterstützen konnte. Zu dieser Zeit hatte Taka seit Mitte Februar keinen Tierarzt mehr gesehen, seine Gesundheit lag nun vollkommen in den Händen von zwei Fremden, die ich niemals getroffen hatte.

TakaEnde April war sein Haarverlust besorgniserregend. Ich war nicht sicher was mich erwartete. Ich hatte Cathy Suggs Hund, Jade, bei einer Gelegenheit gesehen und konnte mich nicht erinnern, dass sie so nackt war. Ich schaute mir Fotos anderer Sebadenitis-Hunde an und es schien, als hätten sie alle mehr Haare als Taka. Aber dann hatte es den Anschein, als ob Taka auf einigen Fotos ebenfalls mehr Haare hatte. Ich fragte mich, ob seine Allergien das Problem verstärkten, und ich hatte ein wenig Hoffnung, dass die Allergiespritzen ihm helfen würden. Er ist allergisch gegen Bäume, Gras, Staub usw. - von allen Dingen, die Spaß machen, musste ich den Hund fern halten. Als alle Allergiespritzen gesetzt waren, begann ich die Behandlung mit „Primal Defense". Ich war nicht begeistert von all den Pillen, aber entschlossen etwas zu versuchen, was ihm helfen würde.

Zusätzlich fügte ich seinem Futter verschiedene Zusätze bei - Dinge, die mir von Susie, Karen und Cathy Suggs vorgeschlagen wurden. Unter anderem Omega 3-6-9 -Fettsäuren, Fischöl, Flachssaat-Öl, Vitamine E und A und Ester C. Glücklicherweise konnte dies alles mit seinem Futter vermischt werden, so dass er nicht noch mehr Tabletten schlucken musste.

Am 28. April 2000 fotografierte ich Taka und richtete eine Internetseite ein, auf der ich "vorher und nachher" zeigte. Ich teilte die URL meiner Mailingliste mit. Das Foto rüttelte mich wieder auf schmerzhafte Weise wach: ein weiteres Bild der Sebadenitis. Danach fotografierte ich Taka nur noch selten.

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Die Krankheit akzeptieren - Mai 2000

TakaDas Leben blieb eine Weile recht stabil. Taka hatte Ausbrüche unterschiedlicher Schwere an verschiedenen Stellen. Ein Haut-Check gehörte nun zu unserer morgendlichen Routine um zu prüfen, ob er in Ordnung war oder ob Stellen vorhanden waren, um die ich mich kümmern musste. Zu dieser Zeit war ich beruflich viel unterwegs - ein weiteres Problem. Oft war ich für mehrere Tage auf Reisen, und obwohl mein Hundesitter gut war, war sie nicht geschickt genug, um für Taka zu sorgen. Ich kam von einer Reise zurück und er hatte das restliche Haar von seinem Rücken und dem Rutenansatz weggekaut. Ein anderes Mal kam ich nach Hause und er hatte blutige Striemen an den Lenden, seine Schwanzspitze war so spröde geworden, dass sie aufbrach und blutete. Somit war der Akita-typische Ringelschwanz die Ursache für seine "bemalten" Beine.

TakaWährend dieser Monate zeigte sich die Sebadenitis nicht nur am Haarverlust, sondern auch an der Haut. Die sanfte rosige Haut, die ich vom gesunden Hund her kannte, variierte nun von dunkelgrau bis fast schwarz und war trocken und schuppig. Die Wurzel jeden Haares war ebenfalls schwarz, so sehr, dass es während des Badens aussah, als ob Hunderte von Fliegen auf dem Boden umherlaufen würden, wenn ich das Shampoo ausspülte, um alle losen Haare zu entfernen.

Die Badezeit war wirklich die traurigste Zeit. Sein Fell war so dünn, dass man, wenn er nass war, nur Haut sehen konnte - und überhaupt keine Haare mehr. Er war ein großer, dürrer, grauer Hund mit einem langen dünnen Schwanz, der sich sonderbar ringelte. Nur sein Kopf war leicht mit Haaren bedeckt - die Haare begannen irgendwann Mitte April zögerlich nachzuwachsen, aber nur bis zum Hals.

Die gute Neuigkeit war, dass die pflanzlichen Essenzen scheinbar wirkten. Ja, er hatte gelegentlich entzündete Stellen, aber keine verkrusteten oder offenen, triefenden Wunden mehr. Er war sicher nicht attraktiv und zitterte oft an kalten, feuchten Tagen und lief in den Schatten, wenn die Sonne intensiv wurde. Er war nur mit einer sehr feinen Schicht kurzer Haare, gemischt mit langen Strähnen an sonderbaren Stellen, bedeckt. Letztendlich nahm ich eine Schere und schnitt diese ab, um sein Haar anzugleichen, samit er nicht so struppig aussah.

Taka befallener VorderlaufJeder von uns, der in seiner Nähe war, weinte viele Tränen. Viele, die ihn für viele Monate nicht gesehen hatten vergruben buchstäblich ihr Gesicht in seinem Nacken, um ihre Tränen zu verbergen. Irgendwie ist es einfacher den Hund tagtäglich zu sehen. Jeder Ausbruch ist "nicht so schlimm", jede neue kahle Stelle "könnte schlimmer sein". Ich erinnere mich genau an einen Abend im späten Mai, als Freunde zum Abendessen kamen. Sie hatten Taka seit Weihnachten nicht mehr gesehen und der Ehemann sagte: "Dieser Hund sieht aus wie die Hölle!" Trotzdem war ich glücklich. Er fraß gut, war relativ frei von schwerwiegenden Problemen und immer noch der große Spaßmacher. Alles könnte noch schlimmer sein.

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Umstieg auf die Rampak-Behandlung - Juni 2000

Gabriella SmithMitte Juni schickte mir eine Freundin eine Geschichte von einem Herrn in Deutschland, der einige erstaunliche Ergebnisse mit einer von ihm selber „erfundenen" Behandlung erzielt hatte. Leider war der Artikel in Deutsch geschrieben, aber ein weiterer Engel trat in Takas Leben, und das war Gabriella Smith. Sie nahm sich die Zeit den Artikel (siehe Die Rampak-Behandlung) zu übersetzen und fungierte auch als Simultanübersetzer zwischen dem Autor, Michael Rampak, und mir.

Michaels Behandlung war nicht bahnbrechend neu - es war im Wesentlichen ein Ölbad. Mehrere Leute, mein Hautarzt inklusive, sagten mir, dies sei ineffektiv, schmutzig und zeitraubend. Aber der Blick auf Michaels Behandlung zeigte mir, dass die Behandlung anders war als alles, was ich vorher gesehen hatte. Ich war mir sicher, dass es einen Versuch wert war... was hatte ich zu verlieren?

Michael RampakMichael hatte großen Erfolg mit seinem Hund Bushi. Eines der überraschendsten Dinge war, dass die furchtbaren Wunden, die Bushi hatte, verschwanden! Er war gesund und hatte ein ziemlich gutes Haarkleid. Der Nachteil war, dass alle Produkte ausser dem Olivenöl hier in den USA schwer zu bekommen sind.

Takas Fell war zu diesem Zeitpunkt so brüchig, dass ich die Behandlung einfach ausprobieren wollte. Wir begannen, zunächst mit Olivenöl und dann mit purem Mineralöl (mineral oil), die ganze Zeit übersetzte Gabriella mir Michaels Anweisungen.

Die erste Behandlung war am 25. Juni 2000. Ich machte Fotos von dem gut geölten Hund. Jede Woche stellte ich Vergleichsfotos in der gleichen Stellung ins Internet. Michaels Vorgehen war wirklich unkompliziert. Den Hund einölen, das Öl für etwa zwei Stunden einwirken lassen und dann zweimal leicht ausspülen mit einem milden Shampoo. Er empfahl Editerm Shampoo und Humilac Spülung von der Firma Virbac in Europa. Mit einigem Einsatz fand ich schließlich beide Produkte in einem tierärztlichen Versand. In der Zwischenzeit machte ich weiter mit „Primal Defense", „Moducare" und all den anderen Zusätzen.

Taka, erstes ÖlbadDie erste Behandlung war lustig - der arme Taka hatte nicht genug Fell, um das Öl „aufzusaugen", und es kam mir vor, als wenn ich mich selbst mit Öl einriebe. Wir verbrachten die zwei Stunden mit Spazierengehen und Spielen, und zu guter Letzt machte er ein Nickerchen in der Küche - auf einem dicken Stapel Handtücher!

In der nächsten Woche bemerkte ich eine Veränderung an seinem Haar. Es war viel weicher und die Haut geschmeidiger. Obwohl die Behandlung schmutzig war, war es diese kleine Besserung doch wert. Also machte ich weiter.

Wir behandelten regelmäßig alle zwei Wochen - ölen, einwirken, baden. Oft dachte ich, ich würde ihm Schreckliches antun, bis ich bemerkte, dass es es genoss! Zu Beginn des Ölens stelle ich ihn draußen auf eine große Plane und rolle ihn auf den Rücken. Dann beginne ich mit seinem Bauch und massiere das Öl sozusagen von unten nach oben ein. Ich habe ihn oft mit geschlossenen Augen erwischt, wirklich im Hundehimmel, während er die warme Ölmassage bekam. Was für ein Hundeleben!

Was das Baden anbetrifft, tja, Taka ist ein weißer Hund. So lange er lebt, ist er immer mal wieder gebadet worden, so dass dies für ihn nicht traumatisch ist. Der gesamte Vorgang braucht etwa drei Stunden - ein geringer Zeitaufwand, wenn es ihm dadurch besser geht. Auch hier wieder gab ich uns ein paar Monate. Ich hatte immer noch den Gewerkschaftstag (Labor Day) als Stichtag in meinem Kopf, um zu sehen, ob irgend etwas ihm helfen würde.

In der zweiten Juliwoche wechselte ich das Öl und stieg um auf Calendula-Öl. Am nächsten Tag hatte Taka einen Nesselausschlag und ich flippte aus! Ich vermutete es läge am Öl, aber dann passierten noch mehr Dinge, die mir klar machten, dass es am „Primal Defense" lag. Susie Keener wurde aktiv und rief den Hersteller an. Und Karen Campbell, Takas anderer Engel, brachte mir bei, wie ich Takas Temperatur überprüfen konnte. Für einige Tage herrschte Hektik, bis die Quaddeln abheilten. Es war wirklich erstaunlich, wie so viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt zusammenhielten, für diesen einen haarlosen Hund.

Aber alles beruhigte sich wieder und wir kehrten zum normalen Leben zurück. Ich fuhr fort mit den Bädern, und den Fotos, und der Hoffnung. Da waren viele gute Anzeichen - kein Geruch mehr, keine Wunden, keine Ausbrüche und weiche Haut. Der Juli verging schnell, genauso wie der August und das bringt uns zum Ende, und zu meiner Entscheidung über Takas Lebensqualität.

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Der aktuelle Stand - August 2000

Sie sehen nun das Produkt von Liebe, Hoffnung und Freunden. Wie ich Sie kenne, werden Sie wahrscheinlich lächeln. Dem großen weißen Hund geht es viel besser.

Taka

Takas Fell wuchs gleichmäßig seit Mitte Juni - also bevor ich mit den Ölbädern begann. Nachdem ich Michaels Behandlung begonnen hatte, „explodierte" sein Fell. Sie können den wöchentlichen Fortschritt auf (Judys) Internetseiten „sideview" (Seitenansicht) und „head shots" (Kopfansichten) betrachten. Es gab Wochen, in denen ich die Fotos betrachtete und den Unterschied nicht glauben konnte - in einer nur so kurzen Zeit! Taka ist in weniger als zwei Monaten „erblüht".

Aber es sind nicht nur die Haare. Er hat keine verkrustete Haut oder schwarze Haarwurzeln mehr. Sein Energiepegel und sein Verhalten sind wundervoll. Er versteckt sich nicht mehr vor der Sonne oder verbringt Stunden eingerollt in seiner Kiste. Er ist fast wieder der alte Taka. Vor ca. zwei Wochen begann auch seine Unterwolle wieder zu wachsen - ich hatte nie erwartet, das noch einmal zu sehen. Ich weiß, er hat den Genesungsprozess noch nicht überstanden und ich weiß auch, dass es schon morgen sein ganzes Haar wieder verlieren kann. Wir leben einfach für jeden Tag.

Taka mit NachbarskindernEs gibt nur wenige Orte, wo er nicht mit Verwunderung betrachtet wird. Mein Tierarzt traute seinen Augen nicht - er stand buchstäblich sprachlos für einige Momente in seinem Behandlungsraum. Meine Nachbarn, Jeff und Julie, waren verblüfft, und sie haben Taka jeden Tag gesehen ... ihre Mädchen (rechts im Bild) waren schon immer Takas größte Fans.

Meine Schwester brach in Tränen aus, genau wie mein Hundesitter und meine beste Freundin. Sein neues Fell wird begleitet von Gewichtszunahme und kräftigeren Muskeln vom täglichen Joggen rund um die Gemeinde.

Das letzte und großartigste ist, dass Taka vor etwa einer Woche die Stufen zur Terrasse hinaufkam, stehen blieb, und in der Luft nach einem Eichhörnchen schnupperte. Es verschlug mir total den Atem und ich bemerkte, dass er erwachsen geworden war. Er war immer noch eine Welpe, als er krank wurde, und ich hatte ihn nie heranreifen sehen. Für diesen einen Moment hat sich alles gelohnt - meinen Jungen noch einmal so zu sehen.

Michael und ich können uns aufgrund der Sprachbarriere nicht gut verständigen. Aber ich schicke ihm ab und zu Links zu Internetseiten, da ich versprochen habe, ihn auf dem Laufenden zu halten. Er antwortet oft in ganz kurz:

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Juju

Taka becomes again a beautiful Akita.
Our gentleman smiles you too :-)

Michael
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Ich habe einen Akita-Kalender, auf dem ich alle „Hundeentscheidungen" eintrage. Eines Tages beschloss ich, vorzublättern auf September, um einige Notizen für diesen Monat zu machen. Als ich die Seite umdrehte, sah ich das Bild eines weißen Akita, stolz und strahlend, gespiegelt im stillen Wasser eines Swimming Pools. Ich lächelte und war gespannt, ob das ein gutes Omen war. Vielleicht war es das.

Das Zitat unter dem Foto ist von Rudyard Kipling und lautet: "... er wird immer unser treuer Freund sein, für immer, und immer und immer....."

Ja, das ist er - und ich werde ihn immer lieben!

im August 2000
Judy Ferrell und Taka Tomodachi NO Juju WP844411/16

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siehe auch Behandlungsdetails - Michael Rampak Ölbehandlung von Judy Ferrell [November 2000]

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