Sebadenitis

FAQ zu Sebadenitis

  1. Was ist Sebadenitis?
  2. Ist Sebadenitis heilbar?
  3. Seit wann kennt man Sebadenitis?
  4. Warum ist mein Hund an Sebadenitis erkrankt?
  5. In welchem Alter bricht Sebadenitis aus?
  6. Die Haut meines Hundes ist nicht in Ordnung, hat er Sebadenitis?
  7. Wie wird Sebadenitis diagnostiziert?
  8. Wie wird Sebadenitis behandelt?
  9. Ist Sebadenitis erblich?
  10. Wie verläuft die Krankheit?
  11. Wer kann meinem Hund helfen?
  12. Bei welchen Rassen tritt Sebadenitis auf?

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1. Was ist Sebadenitis?

Die Sebadenitis bedeutet die Entzündung und Zerstörung der Talgdrüsen. Die Talgdrüsen beim gesunden Hund produzieren einen Fettfilm auf der Haut. Dieser Fettfilm verhindert das Austrocknen der Haut und der Haare und schützt die Haut vor Keimen.

Die Krankheit beginnt mit Entzündungen um die Talgdrüsen herum; diese Entzündungen der Talgdrüsen selbst sind nicht-infektiös. Nach einiger Zeit kommt es zur Selbstzerstörung der Talgdrüsen durch körpereigene spezifische Lymphozyten (bestimmte Abwehrzellen der weißen Blutkörperchen). Die Sebadenitis ist also eine Autoimmun-Krankheit. Bei autoimmunen Reaktionen reagieren die Zellen auf „körpereigene Stoffe" so als wären sie Fremdkörper. Sie wehren sich dagegen und versuchen sie zu zerstören.

Die Haut wird schuppig, weil die Hornschicht sich verdickt. Die Haare brechen büschelweise ab. Dies führt zu stark juckenden, oft eitrigen Entzündungen der Haut. Sie riechen oft sehr unangenehm, weil der Schutzmantel der Haut zerstört ist.

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2. Ist Sebadenitis heilbar?

Nein. Bis heute gibt es keine Therapie gegen die Ursache der Sebadenitis, sondern nur Behandlungen, die die Auswirkungen dieser Krankheit lindern.

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3. Seit wann kennt man Sebadenitis?

Das Krankheitsbild dieser Autoimmun-Erkrankung wurde 1986 zum ersten Mal beim Hund beschrieben. Sebadenitis ist in den 60er-Jahren zunächst bei Pudeln aufgetreten, Krankheitsvererber lassen sich bei den Pudeln bis in die 50er-Jahre zurückverfolgen.

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4. Warum ist mein Hund an Sebadenitis erkrankt?

Die Veranlagung für diese Krankheit ist wahrscheinlich genetisch (erblich) bedingt. Auch der Zusammenhang mit Allergien wird erforscht.

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5. In welchem Alter bricht Sebadenitis aus?

Die meisten Hunde erkranken in der ersten Lebenshälfte. Es gibt aber auch Hunde, bei denen Sebadenitis erst mit 10, 11, 12, .... Jahren ausbricht.

Sebadenitis tritt annähernd gleichermaßen bei Hündinnen 45% und Rüden 55% auf. Kastration scheint keinen Einfluss zu haben.

Quelle Frau Dr. Reichler, Universität Zürich, Departement für Fortpflanzungskunde:

SA wurde abgesehen von einem 3 Monaten alten Collie nur bei erwachsenen Hunden diagnostiziert, das Erkrankungsalter ist sehr variabel. Meist erkranken Akitas, Pudel und andere Rassen zwischen dem 1. und 5. Lebensjahr, vereinzelt auch deutlich später. Im Mittel lag das Erkrankungsalter bei 5,8 Jahre.

Quelle Jenny Drastura, USA:

  • Das Durchschnittsalter bei der Diagnose Sebadenitis betrug 3,8 Jahre. Die Zeit zwischen dem ersten Auftreten von Symptomen und der Diagnose betrug durchschnittlich 9 Monate [ Untersuchung von 95 SA-Fällen Herbst 1998]

  • Das Durchschnittsalter bei der Diagnose Sebadenitis betrug 4,5 Jahre. Die Zeit zwischen dem ersten Auftreten von Symptomen und der Diagnose betrug durchschnittlich 2 Jahre [Untersuchung von weiteren 35 SA-Fällen Herbst 1999]

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6. Die Haut meines Hundes ist nicht in Ordnung, hat er Sebadenitis?

Die Diagnose von Sebadenitis ist sehr schwierig. Deshalb wird sie häufig erst nach langen „Irrwegen" erkannt.

Hautprobleme können mannigfaltige Ursachen haben:

  • falsche Ernährung (oft zu proteinreich),
  • Zinkmangel,
  • Allergien,
  • Milben,
  • Schilddrüsenerkrankungen,
  • Pilzerkrankungen,
  • und ...

Bei einer Hauterkrankung sollten diese Ursachen zunächst untersucht und abgeklärt werden.

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7. Wie wird Sebadenitis diagnostiziert?

Eine Hautbiopsie muss zur sicheren Diagnose von Sebadenitis vorgenommen werden. Dazu werden unter örtlicher Betäubung an mehreren Stellen Hautproben entnommen und mit dem Mikroskop untersucht. Mit einer Art „Ausstecher" wird Haut ausgestanzt, die gestanzte Stelle blutet und es dauert einige Minuten bis die Blutung stoppt. Jede Entnahmestellen wird mit wenigen Stichen genäht. Nach 7-10 Tage sind die Stellen abgeheilt.

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8. Wie wird Sebadenitis behandelt?

Bis heute gibt es keine Therapie gegen die Ursachen der Erkrankung. Die Behandlung ist rein symptomatisch: es gilt die Auswirkungen dieser Krankheit lindern.

Gegen die bakteriellen Hautinfektionen werden zunächst Antibiotika eingesetzt. Da der natürliche Hautfilm krankheitsbedingt fehlt, treten nach Absetzen der Antibiotika bald wieder neue Entzündungen auf. Leider ist die permanente Behandlung mit Antibiotika keinem Hund zuträglich.

Seit 2004/2005 wird zum Teil mit großem Erfolg mit biochemischen und naturheilkundlichen Medikamenten behandelt. Dabei wird davon ausgegangen, dass jede Krankheit eine Ursache hat, die es zu finden gilt. Diverse Belastungen (wie Bakterien, Pilze, Viren, Mangelzuständen und Organbelastungen) werden zum Beispiel über eine Analyse der Haare und des Speichels gesucht.

Ein Möglichkeit dem erkrankten Hund zu helfen, besteht darin, den Schutzmantel der Haut durch rückfettende Substanzen „nachzuahmen". Dabei sind gute Erfolge mit alternativ-medizinischen Behandlungen erzielt worden. Zum Beispiel durch Ölbader und durch Stärkung des Immunsystems.

Versuche mit Cyclosporin oder Cortison zum Beispiel brachten zwar kurzfristig Besserung, aber auch hier waren die Nebenwirkungen gesundheitsschädigend.

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9. Ist Sebadenitis erblich?

Höchstwahrscheinlich ja. Man nimmt an, dass die Erbinformation rezessiv (verdeckt) weitervererbt wird. Erst wenn beide Eltern diese Veranlagung in sich tragen, kann die Erkrankung möglicherweise ausbrechen.

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10. Wie verläuft die Krankheit?

Sebadenitis beginnt häufig an den Ohren und am Kopf, kann aber auch an den unterschiedlichsten Stellen am ganzen Körper ausbrechen.

Sebadenitis verläuft in Schüben: nach Zeiten, in den die Sebadenitis „ruht", kann die Haut wieder verstärkt Symptome zeigen. Allgemeine Aussagen über die Auslöser für einen solchen Schub sind nicht möglich. Beispiele für Auslöser: Nahrungsumstellung, Stress durch Umzug.

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11. Wer kann meinem Hund helfen?

Vor allem Dingen Sie! Bleiben Sie beharrlich, bis Sie die Ursache der Hauterkrankung ermittelt haben. Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob er Erfahrung mit Sebadenitis hat. Es gibt im deutschsprachigen Raum mehrere Tiermediziner, die viel Erfahrung mit der Krankheit haben. Konsultieren Sie auch Tierheilpraktiker, die alternativ-medizinische Ansätze verfolgen!

Gucken Sie sich die Links zu dem Thema an. Beteiligen Sie sich an der Mailingliste sebadenitis-de-l.

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12. Bei welchen Rassen tritt Sebadenitis auf?

Die Literatur sagt, dass Sebadenitis etwas häufiger bei Pudeln und Akita als bei anderen Rassen auftritt. Leider liegt bisher nur sehr beschränktes Zahlenmaterial vor. Allgemein gilt, dass Sebadenitis wohl bei den meisten Rassen vorkommt. Auch Mischlingshunde sind betroffen.

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