Sebadenitis

Bericht über den an Sebadenitis erkrankten Bushi
(Deutschland)
- November 2001 bis August 2001-

Michael Rampa, Bushis Besitzer, berichtet:

Sebadenitis war für Bushi und mich bis zum November 2000 kein Problem mehr. Nach 1 1/2 Jahren Ölbädern (alle 4 Wochen) gab es kaum unterschiede im Aussehen zu einem gesunden Akita. Die Ölbäder waren zur Routine geworden, Fell und Haut waren OK, keine Entzündungen und auch kein schlechter Geruch.

Bis zum Spätherbst 2000, da bemerkte ich, dass Bushi Schwierigkeiten beim Aufstehen und Treppen steigen hatte. Die Schwierigkeiten kamen und gingen, wurden aber ständig schlimmer. Er hatte beim Aufstehen und später auch beim Gassi gehen sichtbar Schmerzen.

Die erste Vermutung meines Tierarztes waren HD, Artrose und oder Rheuma. Röntgen brachte keinen Befund und auch die Blutwerte (Hämoglobin war sehr schlecht) ergaben keinen Anhaltspunkt für eine Gelenkserkrankung. Zur weiteren Diagnose bin ich mit Bushi in eine Tierklinik, dort wurde er nochmals untersucht und geröntgt, von einem Tierarzt, zu dem ich durch die Art wie einfühlsam und sorgfältig er Bushi untersuchte, sofort Vertrauen hatte. Nach dieser Untersuchung konnte eine Gelenks und Wirbelsäulenerkrankung ausgeschlossen werden.

Es wurden weitere spezielle Blutuntersuchungen gemacht, um wenigstens ganz bestimmte Krankheiten ausschließen zu können. In der Zwischenzeit bekam Bushi zur Schmerzlinderung „Rimadyl", das erst zur völligen Schmerzfreiheit führte, als ich Rimadyl mit Teufelskralle kombinierte.

Bushi verlor viel an Gewicht, etwa alle 2 - 3 Wochen ein Kilo, und die Hämoglobinwerte gingen noch weiter herunter. Die Ergebnisse der verschiedenen Blutuntersuchungen kamen nach und nach bis die Diagnose stand. Knochenmarkskrebs! Prognose, Bushi wird in den nächsten 3 - 6 Monaten sterben. Erfahrungswerte zurlLebensverlängerten Strahlen oder Chemotherapie 6 - 12 Monate würden in keinem Verhältnis zu den Nebenwirkungen stehen.

Bushi war noch keine 6 Jahre alt und ich sollte ihn schon verlieren! In dieser Zeit gab es Tage, an denen ich mehr gelitten habe als mein Hund. Es war ein Auf und Ab mit seiner Verfassung, mal ging es ihm gut und einen Tag später konnte er kaum 20 Meter laufen, ohne sich auszuruhen.

Ende Februar 2001, Bushi hatte 10 kg an Gewicht verloren und man konnte jeden Knochen an ihm sehen, machte ich noch mal ein Foto von ihm „Bushi im Schnee" mit der Gewissheit, dass es wohl die letzten Spuren waren, die er im Schnee hinterließ. Ich wollte ihn auf gar keinen Fall bis zum Ende leiden lassen.

Bushi
Bushi schwer krank im Februar 2001, © 2001 M.Rampak

Meine Tierärztin wollte uns noch ein paar schöne Tage geben und wechselte von Rimadyl auf Prednisonol, ein Cortisonabkömmling.

In den folgenden Wochen nahm sein Gewicht nicht mehr weiter ab und auch das Blutbild zeigte eine leichte Verbesserung. Es ging ihm so gut, dass wir schon wieder gemütliche Wanderungen von 1-2 Stunden machen konnten. Ich hatte nach einer gewissen Zeit Hoffnung, dass er den Krebs besiegen könnte und glaubte ein wenig an ein kleines Wunder.

Diese Hoffnung wurde beim nächsten Tierarztbesuch dadurch gestärkt, das die Blutwerte noch besser geworden waren und Bushi an Gewicht zunahm. Es gab auch Tage, wo es ihm nicht so gut ging, da wollte er einfach seine Ruhe haben, aber es ging langsam wieder bergauf.

Um es kurz zu machen, er hat jetzt wieder sein normales Gewicht, wir können lange Wanderungen machen und ab und zu, wenn es nicht so warm ist, gehen wir Joggen.

Normalerweise könnte man ja jetzt glauben die Sache mit dem Krebs ist gelaufen, aber Bushi hat sehr oft Blutverlust beim Stuhlgang. Entweder er hat Metastasen im Darm oder aber es kommt von den Medikament, das ja auch dafür verantwortlich sein kann.

Ich werde sehen was die Zukunft bringt, hoffe aber, das es doch nicht die letzten Spuren waren die Bushi im Schnee hinterlassen hat.

Um auf die Sebadenitis zurück zu kommen, die Bushi ja nach wie vor hat, gibt es da noch was zu berichten. Das letzte Ölbad für lange Zeit hat er am 26.12.2000 bekommen. Weil es ihm so schlecht ging, wollte ich ihm nicht auch noch die Ölbaderei zumuten.

Ich dachte, wenn sich die ersten Symptome zeigen, hab ich noch immer Zeit einzugreifen. Die Wochen vergingen, und außer einem leichten Geruch, der wieder verschwand, kam nichts! Seine Haut war ganz normal, er hatte keine Schuppen und ein schönes Fell.

Was bleibt anderes übrig als zu vermuten, dass er neue Talgdrüsen gebildet hat. Am Hinterlauf hatte er eine rasierte Stelle, dort, wo immer Blut abgenommen wurde. Diese Stelle ist nicht mehr zugewachsen.

Zur Kontrolle habe ich eine andere Stelle kahl geschnitten, auch diese Stelle ist nicht mehr zugewachsen. Erst etwa 3 Wochen nach dem nächsten Ölbad, das er am 09.06.2001 bekam, weil sich die ersten Zeichen von Sebadenitis wieder zeigten, kam es dort wieder zu neuem Haarwuchs.

Bushi in Öl
Bushi nach Ölbad, Juni 2001, © 2001 M.Rampak

Heute weiß ich, dass dieser Haarwuchs auf die Wirkung von Prednisonol zurück zu führen ist.

Es soll jetzt kein SA Hundebesitzer auf die Idee kommen seinen Hund nur noch mit Prednisonol zu behandeln. Die Ölbäder sind langfristig gesehen das kleinere Übel um Sebadenitis-Hunden zu helfen.

im August 2001
Michael Rampak (verstorben 2004)

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